Histamin und Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)

Wenn alles zu triggern scheint, das Labor aber "normal" ist

Plötzliche Gesichtsrötung (Flush), Herzklopfen, Quaddeln und Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel oder Verdauungsbeschwerden, die vor allem nach Rotwein, gereiftem Käse oder Tomaten auftreten und bei vielen Frauen vor der Periode zunehmen. Dahinter kann ein Histamin- oder sogar Mastzellthema stecken.

In einem kostenfreien, 15-minütigen Telefongespräch bekommen Sie eine erste Einschätzung, ob Ihre Beschwerden zu einer Histaminose oder einer Mastzellerkrankung passen könnten, und wir besprechen, welcher nächste Schritt sinnvoll wäre. 

15 Minuten per Telefon, kostenfrei und unverbindlich.

Histaminose: keine Unverträglichkeit, sondern eine Frage der Kapazität

Der gängige Begriff Histaminintoleranz (HIT) ist etwas irreführend, denn Histamin ist ein wichtiger körpereigener Botenstoff, gegen den man üblicherweise nicht „intolerant“ sein kann. Treffender ist daher der Begriff Histaminose: Histamin wird dann zum Problem, wenn mehr davon anfällt, als der Körper gerade abbauen kann. Es geht also um ein Gleichgewicht und dessen Kapazität, nicht um einen einzelnen Schalter, der defekt ist.

Ob dieses Gleichgewicht kippt, hängt von mehreren Faktoren ab, die meist zusammenwirken:

  • Erhöhte Anflutung: über histaminreiche Lebensmittel, vor allem aber durch eine Darmdysbiose, bei der histaminbildende Bakterien dominieren und so im Darm selbst vermehrt Histamin entsteht.
  • Eingeschränkter Abbau: Zwei Enzyme bauen Histamin ab. Die DAO (Diaminoxidase) vorwiegend im Darm, die HNMT (Histamin-N-Methyltransferase) innerhalb der Zellen. Arbeitet eines von beiden oder beide nicht ausreichend, wird Histamin nicht mehr ausreichend abgebaut.
  • Fehlende Cofaktoren: Die Enzyme brauchen bestimmte Mikronährstoffe, sogenannte „Cofaktoren“. Der DAO fehlt es oft an Vitamin B6, Vitamin C, Kupfer und Zink, die HNMT ist auf einen funktionierenden Methylierungsstoffwechsel angewiesen. Ein Mangel bremst den Abbau, auch wenn die Enzyme grundsätzlich ausreichend angelegt sind.
  • Bremsende Einflüsse: bestimmte Lebensmittel, Substanzen (z. B. Alkohol) und Medikamente können die Enzyme zusätzlich hemmen oder fungieren als sogenannte „Histaminliberatoren“, setzen also zusätzlich im Körper Histamin frei.
  • Veranlagung: Teils spielt eine genetische Komponente mit hinein, die beeinflusst, wie gut der Abbau von vornherein funktioniert.
  • Hormonelle Situation: Dies betrifft insbesondere (aber nicht nur!) Frauen, bei denen die Balance zwischen Östrogen und Progesteron unausgewogen ist.
  • Stress: Ja, auch hier spielt er eine Rolle, denn bei Stress wird vermehrt Histamin ausgeschüttet.
 

Eine differenzierte Betrachtung ist daher umso wichtiger. Es kommt auf die Gesamtkonstellation an, auf Tagesform und alle sonstigen Einflussgrößen. Daher sind Histamin-Symptome oft schwankend und unterscheiden so die Histaminose von einer echten Allergie, die eher reproduzierbar ist.

Abgrenzung zu ähnlichen Krankheitsbildern

Die Histaminose wird oft mit drei anderen Bildern verwechselt oder vermischt, die auch nebeneinander bestehen und sich überlappen können. Sie sauber auseinanderzuhalten ist klinisch relevant, weil sich daraus ergibt, welche therapeutischen Schritte sinnvoll sind:

  • Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS): Hier schütten die Mastzellen, Signalgeber des Immunsystems, ihre zahlreichen Botenstoffe, darunter Histamin, zu schnell und schubartig aus, oft in mehreren Organsystemen gleichzeitig. 
  • Mastozytose: Eine eigenständige, seltenere und ernstere Erkrankung mit einer krankhaften Vermehrung von Mastzellen in Haut oder inneren Organen. Sie wird fachärztlich abgeklärt und gesichert. Bei entsprechendem Verdacht verweise ich gezielt weiter, biete jedoch Begleitung an.
  • (IgE-vermittelte) Soforttyp-Allergie: Eine Reaktion des Immunsystems über IgE-Antikörper auf einen konkreten Auslöser, rasch und in der Regel reproduzierbar schon bei kleinen Mengen. Sie lässt sich gezielt testen und ist eine wichtige Differentialdiagnose. 

Typische Symptome

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der an vielen Vorgängen beteiligt ist. Genau deshalb bleibt eine Histaminose selten an einem Ort. Charakteristisch ist, dass oft mehrere Systeme zugleich betroffen sind, wo zunächst kein Zusammenhang vermutet wird.

  • Haut: plötzliche Gesichtsrötung (Flush), Quaddeln, Nesselsucht, Juckreiz.
  • Magen und Darm: Bauchschmerzen, Blähbauch, Übelkeit, Durchfälle, Reflux
  • Herz-Kreislauf: Herzklopfen, Herzstolpern, Schwindel, niedriger Blutdruck, innere Unruhe.
  • Atemwege: verstopfte oder laufende Nase, Niesreiz, Atemenge bzw. asthmatische Beschwerden
  • Kopf und Nervensystem: Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, „brain fog“, Erschöpfung.
  • Zyklus und Hormone: bei vielen Frauen eine deutliche Verstärkung vor der Periode. Östrogen und Histamin beeinflussen sich gegenseitig, was zyklusabhängige Kopfschmerzen und stärkere Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte erklärt.
  • Allgemein: Hitzegefühl, Wetter- und Temperaturempfindlichkeit, „der Körper reagiert auf alles“.

Keines dieser Symtpome ist für sich genommen ein Beweis. Sie können vielfältige Ursachen haben und nicht jede Reaktion ist histaminvermittelt. Aussagekräftig ist das Gesamtbild und nach dem Stellen der Verdachtsdiagnose sollte diese über erweiterte Labordiagnostik bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Warum das Standardlabor oft „normal“ ist

Viele Patientinnen und Patienten bringen unauffällige Befunde mit und trotzdem reale Beschwerden. Die Diagnostik einer Histamin- oder Mastzellproblematik gehört von spezialisierten Ambulanzen abgesehen (noch?) nicht zur Standarddiagnostik. Ein klassischer Allergietest prüft IgE-Antikörper, also die echte Allergie, und sagt nichts über die Histaminabbau-Kapazität aus. Für die Histaminose gibt es keinen einzelnen, sicher beweisenden Blutwert, weshalb sie durch das Standardraster fällt. Ein „normaler“ Befund schließt das Thema also nicht aus, er beantwortet nur eine andere Frage.

Hier setze ich an. In meiner Praxis nutze ich eine erweiterte Labordiagnostik, die über die Standarduntersuchung hinausgeht, sinnvoll und gezielt je nach Fragestellung eingesetzt. Beispielsweise kann das Darmmikrobiom auf histaminbildende Bakterien, sowie die Cofaktoren und Funktion der histaminabbauenden Enzyme untersucht werden. Erhärtet sich der Verdacht auf ein Mastzelaktivierungssyndrom stehen weiterführende Untersuchungen zur Verfügung. Auch hier gilt: Solche Befunde sind Hinweise, die in den klinischen Zusammenhang und  therapeutische Hand gehören. Verbreitete Selbsttests ordne ich kritisch ein, weil ihre Aussagekraft begrenzt ist.

Wie ein Vorgehen in meiner Praxis aussehen könnte

Wie es konkret weitergeht, ist immer individuell. Ein möglicher Weg:

  1. Ausführliche Anamnese. Wir gehen Ihre Beschwerden, Auslöser und sonstige Krankengeschichte im Rahmen einer ausführlichen Erstanamnese durch.
  2. Gezielte Diagnostik. Wir vereinbaren sinnvolle, zielführende Laboruntersuchungen, z. B. über Stuhl-, Urin- oder Bluttests. 
  3. Befundbesprechung mit Therapieplan. Ich erkläre die Ergebnisse und lege einen Plan vor, den Sie auch umsetzen können. Je nach Konstellation gehören dazu eine zeitlich begrenzte Ernährungsstrategie, die Arbeit am Darm und die Substitution fehlender Cofaktoren. Eine dauerhafte, starre Verbotsliste ist dabei selten der richtige Weg.
  4. Feedbackgespräch. Nach spätestens drei Monaten schauen wir gemeinsam, was sich verändert hat und wie es weitergeht.

Histamin und Mastzellaktivierung könnte Ihr Thema sein?

Gern biete ich Ihnen ein kostenfreies, 15-minütiges telefonisches Erstgespräch an.

Ihren Termin finden Sie mit einem Klick auf den Button.

Ihre Heilpraktikerin in Bingen-Dromersheim,

Maria Lepši-Fugmann

Maria Lepsi-Fugmann in ihrer Praxis in Bingen

Newsletter-Anmeldung

Gerne halte ich Sie über alle anstehenden Termine für Vorträge auf dem Laufenden. Melden Sie sich hierfür einfach zum Newsletter an.

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Wir verwenden Sendinblue als unsere Marketing-Plattform. Wenn Sie das Formular ausfüllen und absenden, bestätigen Sie, dass die von Ihnen angegebenen Informationen an Sendinblue zur Bearbeitung gemäß den Nutzungsbedingungen übertragen werden.